"Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken" Samuel Johnson

Kategorie: Geschichte (Seite 3 von 11)

Deutsche Geschichtszahlen aus der Sicht einer amerikanischen Universität

Quiz-HBWas lernen amerikanische Studenten im Fach Deutsch über unsere Geschichte?
Weil auf der Website der Universität von Michigan zu lesen ist: “Our goal is to make as many as possible of the resources created for this site available for German students and teachers throughout the world. For that purpose, we have created this resource page…”, habe ich die dort in deutscher Sprache veröffentlichten Geschichtszahlen verwendet und zu einem Selbsttest bzw. Geschichtsquiz verarbeitet. Ein paar zu lang geratene Texte habe ich allerdings im Quiz gekürzt und dann noch ein paar neuere Zahlen ergänzt. Sie können das Original mit meiner Bearbeitung vergleichen.
Geschichtskundige werden die Jahreszahlen zum Quiz in ca. einer Stunde gelöst haben. Damit sich niemand auf der Plattform mit dem eigenen Namen anmelden muss, wurde eine Anmeldung mit einer Ziffer (1 bis 9) und dem Kennwort a vorbereitet.
So kann sich jeder anonym auf der Plattform anmelden. Viel Vergnügen beim Nachdenken über die richtige Anordnung der 80 Zahlen.

Namensliste mit 446 Kriegstoten aus dem Kreis Melsungen

WestphalenIm Beitrag Die Opfer der napoleonischen Feldzüge aus dem Kreis Melsungen listete Dieter Hoppe die Zahl der Toten aus den Orten des Kreises auf. Unser Kreis gehörte vor 202 Jahren zum Königreich Westphalen und wurde von Napoleons Bruder von Kassel aus regiert. 382 der 446 Toten starben als von Napoleon zwangsverpflichtete Soldaten in Russland.
Über diese Zeit berichtete Dieter Hoppe auch schon zum Thema Befreiungskriege. Junge deutsche Soldaten starben damals auf beiden Seiten. Otto Philipp Braun ein Bruder des Melsunger Firmengründers hatte Glück, dass er zu jung war, um nach Russland marschieren zu müssen. Er kämpfte auf der Seite der Sieger als jüngster Freiwilliger der kurhessischen Jäger in den Befreiungskriegen 1813-14 gegen Napoleon und gelangte später als General (Marschall) in Südamerika zu großer Berühmtheit.
Die Opfer von Napoleons Größenwahn aus unserem Kreis wurden vielfach verschwiegen, weil sie zwangsweise für den französischen Feind kämpfen mussten. Mit Dieter Hoppes nach Orten und Namen sortierter Liste können einige Familien aus unserem Kreis erahnen, welches Unglück ihre Vorfahren vor über 200 Jahren traf: OpferNapoleonischerFeldzuegeNachHeimatorten

Wie objektiv konnte ein DDR-Historiker die Kolonialzeit bewerten?

Dieter Hoppe hat Kontakt zu einem namibischen Verleger seit er biografisches Material zu einem Buch über ehemalige Soldaten der deutschen Schutztruppe aufbereitet hat.
In diesem Zusammenhang verfolgt er mit Interesse, wie die deutsche Kolonialgeschichte dargestellt wird. Die Akten des Reichskolonialamtes lagerten nach 1945 in Ostberlin und waren DDR kritischen Wissenschaftlern nicht zugänglich. Zugang und damit die Chance zu Veröffentlichungen hatte der 1927 geborene Historiker Horst Drechsler. Als Professor machte er in der DDR Karriere. Die Kolonialgeschichte interessiert heute nur noch in geringem Maße. In Ermangelung von Alternativen werden die Standardwerke Drechslers immer noch verwendet. Eine kritische Überprüfung findet nicht statt, wohl wissend, dass man in der DDR nur Karriere machen konnte, wenn man staatstreu im Sinne der marxistisch-leninistischen Lehre publizierte. Dieter Hoppe sendete mir seine persönlichen Anmerkungen zum Thema Herero und Deutsche die ich hier als pdf-Dokument bereitstelle. Interessant ist auch ein deutschsprachiger Beitrag aus Namibia: https://www.az.com.na/politik/namibische-geschichte-fordert-ihre-nachfahren.15383.php

„Fuck EU“ – Actio und Reactio bei Spionage

Die Schöpfung politischer Slogans verbindet man mit einem Datum und einer Person:

  • Am 8. März 1983 sprach US-Präsident Ronald Reagan vom „Reich des Bösen“ und meinte die Sowjetunion damit
  • Am 29. Januar 2002 fasste US-Präsident George W. Bush unter der „Achse des Bösen“ die Länder Nordkorea, Iran und Irak zusammen
  • Am 9. Juni 2013 outete sich der US-Whistleblower Edward Joseph Snowden und gibt Einblicke in das “Reich des Schnüffelns“. Damit ist die Spionageachse aus US-Geheimdienst NSA und Britischem GCHQ gemeint.

“Fuck USA-NSA” – Klammheimliche Freude über den Fauxpas der bespitzelten US-Diplomatin

Was sie sagt ist unspektakulär, möglicherweise hat sie sogar recht. Spektakulär ist, dass sie nicht damit rechnete, dass ihre US-Informationstechnik (Telefon) eine Achillesferse hatte und sie genauso blamiert ist, wie unsere Kanzlerin, deren Telefongespräche dem NSA zugänglich sind. Das Triumphgefühl ihrer ungebetenen Zuhörer mag in etwas so gewesen sein, wie das der sowjetischen Führung bei der Zündung der ersten sowjetischen Kernwaffe im RDS-1 Projekt. Die US-Monopolstellung bei Kernwaffen war damit beendet und das Gleichgewicht des Schreckens hergestellt.

Die Publizisten des Telefonmitschnitts stellen das gefühlte Gleichgewicht der elektronischen Kriegführung wieder her. Offensichtlich ist die Spionage in unserer vernetzten Welt jetzt allgegenwärtig.

Mit ihren Allmachtsphantasien über das Internet haben die USA das moralische Kapital verspielt, welches sie nach 1945 als Beschützer der freien Welt aufgebaut haben.

NoSpy-Abkommen könnten die Zahl und die Größe der Spionagerechenzentren und deren Zielgruppen beschränken. Wir als die Bespitzelten müssen die allgemeine Aufrüstung und unsere Verteidigung gegen Wirtschafts- und Internetspionage mit unseren Steuern bezahlen. Wir sollten also hoffen, dass die NoSpy-Verhandlungen nicht so lange dauern wie bei der nuklearen Abrüstung.

Direktive Nr. 40 des Alliierten Kontrollrates

US-Amerikaner und ihre Alliierten haben es mit den Menschenrechtskonventionen und der Rechtsstaatlichkeit nicht immer ernst genommen. Je länger ein Krieg dauert, umso mehr sinkt die Hemmschwelle zur Unmenschlichkeit auf allen Seiten. Die von deutscher Seite begangenen Verbrechen wie der Holocaust sind monströs und gut dokumentiert.
Die Direktive Nr. 40 des Alliierten Kontrollrates verhinderte nach dem Krieg unliebsame Berichterstattung, bei denen die Kriegsgegner Deutschlands schlecht wegkamen. Die Vertreibung aus dem Sudetenland und den Gebieten östlich von Oder und Neiße waren genauso tabu wie die hohen Todeszahlen in Kriegsgefangenenlagern. 1,3 Millionen deutsche Soldaten starben erst, nachdem sie entwaffnet und gefangen genommen waren. Die meisten im Osten, aber auch in den USA kontrollierten Rheinwiesenlagern im Westen starben Tausende. Willkür herrschte. Das Rote Kreuz erhielt dort keinen Zutritt.
Seit elektronische Medien verfügbar sind, wird öfter über Exzesse berichtet. Geübte Praxis ist jedoch weiterhin die Siegerjustiz: Eigene Kriegsverbrechen werden verheimlicht und wer petzt wird schwer bestraft, wie der Fall Bradley Manning zeigt.
Die im besetzten Deutschland geschehenen Verbrechen sind jetzt so lange her, dass endlich offen darüber berichtet werden kann. Im Haus der Geschichte findet man z.B.: Berichte über eine standrechtliche Erschießung einer Mutter im Sommer 1945. Vielleicht war es damals angebracht, die freie Berichterstattung zu verbieten, um sich nicht mit endlosem Aufrechnen zu verzetteln, zu relativieren und von den Naziverbrechen abzulenken. 70 Jahre nach den Ereignissen ist es gut, endlich alle Seiten zu Wort kommen zu lassen.

Der von Dieter Hoppe bereitgestellte Beitrag passt zur begonnenen Vervollständigung der Berichterstattung, die damals wegen Einschränkungen der Meinungsfreiheit nicht möglich waren: Brief_an_Ulrike

Korrespondenz via Internet

AWDHWegen meines vollen Terminkalenders und vieler familiärer Verpflichtungen komme ich selten nach Melsungen. Deshalb habe ich kaum noch die Gelegenheit, mit Dieter Hoppe und seiner Frau bei Kaffee und Kuchen im angeregten Gespräch über seine Aktivitäten und seine Erlebnisse zu sprechen. Derzeit ersetzt das Internet den persönlichen Kontakt. Einen Ausschnitt der elektronischen Post liefern die von Dieter Hoppe verfassten Emails vom Januar 2014, die ich mit seiner Erlaubnis unter dieser Einleitung veröffentliche. Weiterlesen

Die Opfer der napoleonischen Feldzüge aus dem Kreis Melsungen

Bei Phoenix gibt es eine Dokumentation über Napoleons Russlandfeldzug und seine verlorene Armee. Dieter Hoppe hat die Opfer aus dem Kreis Melsungen im Marburger Staatsarchiv recherchiert.
382 der 446 Toten starben als zwangsverpflichtete Soldaten in Russland (1812). Das über zweihundert Jahre zurückliegende Sterben junger Männer dürfte für unseren Altkreis ähnlich dramatisch gewesen sein, wie der 70 Jahre zurückliegende Weltkrieg.
Zur Ausarbeitung von Dieter Hoppe: Weiterlesen

Vor 100 Jahren wurden geschichtliche Weichen gestellt

An Hitler und Stalin wird man sich auch in 1000 Jahren noch erinnern. Opfer, Beteiligte und indirekt Betroffene wie Oskar Hoppe werden dann meistens vergessen sein. Der 1. Weltkrieg begann vor 100 Jahren. Hitler und Stalin teilten die Reste der in der Folge untergegangenen Reiche auf. Ihre monströsen Taten wären ohne den 1. Weltkrieg nicht geschehen. Die folgende Katastrophe des 2. Weltkrieges endete unter anderem in der Teilung Deutschlands.
Dieter Hoppe war noch ein Kind, als Deutschland geteilt wurde. Jetzt gehört er zur kleiner werdenden Generation, welche direkte Kontakt zu Menschen hatte, die mit den damaligen Geschehnissen konfrontiert waren und die Erinnerungen im Internet veröffentlicht.

Zeitungen berichten jetzt, 100 Jahre nach dem Beginn der 1. Weltkrieges verstärkt über Ausstellungen: Beispiel aus Kassel. Dokumentationen werden öfter als sonst gezeigt.

Dieter Hoppe berichtete schon oft von Menschen, deren Namen nicht die Geschichtsbücher füllen. Gerade das macht diese Berichte interessant und führt zu weltweiten Kontakten zu Menschen, die an Schicksalen von direkt Beteiligten interessiert sind, wenn sie nicht in der 1. Reihe standen. Dieter Hoppe wurde von einem Verleger angesprochen, der einen späteren Melsunger Polizisten auf einem Denkmal für die Deutsche Schutztruppe (1. Weltkrieg) in Namibia gesehen hatte und diesen Namen im „gegoogelten“ Bericht von Hoppe wiederfand. Kürzlich wurde ich um die Herstellung des Kontaktes gebeten, weil ein französischer Professor auf eine Veröffentlichung von Dieter Hoppe über ein Gefangenenlager gestoßen war.

Heute sendete Dieter Hoppe mir folgenden Bericht aus den Nachkriegsjahren in der DDR. Wer sich nicht anpassen wollte hatte damals nur die Wahl zwischen Straflager oder Flucht über das noch nicht eingemauerte Berlin:

Hier die Schilderung von Dieter Hoppe zur plötzlichen Flucht seines Bruders aus der DDR:

Oskars Haftbefehl (in Halle a. d. Saale/DDR)

Mein älterer Bruder Oskar unterrichtete im Sommer 1958 im Chemieunterricht nach Lehrplan das Thema Atomkraft. Von seinem Direktor wurde ihm vorgeworfen, sein Unterricht ließe das richtige gesellschaftspolitische Bewusstsein vermissen. Er hätte darstellen müssen, während die Sowjetunion die Atomkraft (Kernkraft sagte man damals nicht.) ausschließlich zur friedlichen Nutzung zur Erzeugung von elektrischem Strom zum Wohle der Bevölkerung benutzte, würde die imperialistische und kapitalistische USA die friedliebende Sowjetunion mit der Produktion von immer mehr Atombomben bedrohen.

Mein Bruder antwortete ihm daraufhin, das wäre absoluter Blödsinn. Daraufhin erschien in seiner nächsten Chemiestunde eine Arbeiterabordnung aus einem Betrieb zusammen mit Mitgliedern der SED. Diese kanzelten meinen Bruder vor der Klasse im gleichen Sinne ab wie der Direktor zuvor. Sie warfen ihm u.a. vor, mit seiner sozialismusfeindlichen Unterrichtsweise würde er sich als Sabogent des amerikanischen Imperialismus betätigen.

– Das Wort Sabogent – zusammengesetzt aus Saboteur und Agent – war in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein von der SED-Justiz und SED-Propaganda oft benutztes Wort. Der Vorwurf, ein Sabogent zu sein, führte immer zur Verurteilung, i.a mit anschließender Deportation in die SU. Der Verurteilte verschwand dann oft spurlos. Die Rechtsordnung der DDR kannte das Wort Saboteur nicht und es gab auch keine Beschreibung des Straftatbestandes. Der Westen nahm das Wort nicht zur Kenntnis. –

Mein Bruder ließ sich nicht ins Bockshorn jagen und antwortete den Gewaltigen der neuen Herrenklasse vor allen Schülern, was sie da sagten, wäre absoluter Unsinn und wissenschaftlich unhaltbar. Das war zuviel für die neuen Herrenmenschen. Am Nachmittag des gleichen Tages steckte jemand aus dem Polizeipräsidium meinem Bruder: „Für dich ist ein Haftbefehl ausgestellt. Morgen Nachmittag um 15 Uhr sollst du verhaftet werden.“

Meinem Bruder blieb nur ein Ausweg: die Flucht mit Frau und Kind.

Noch am späten Nachmittag informierte er seine Eltern. Diesen war klar, wenn ihr Sohn Oskar floh, waren sie wie bei der Sippenhaft der Nazis auch dran. Mein Bruder Wolfgang hatte ein gutes Jahr vorher fluchtartig die DDR verlassen müssen. Außerdem war kurz zuvor noch ein junger Mann, der bei meinen Eltern wohnte, über Westberlin in den Westen gegangen. Mein Vater hatte ihn noch begleitet, damit der Junge sicher über die Grenze kam. Natürlich erschien die Polizei bei meinen Eltern und wollte wissen, wo der junge Mann geblieben sei. Meine Eltern täuschten Unwissenheit vor, der junge Mann sei eines Tages fort gewesen, wo er geblieben sei, wüssten sie nicht. Das nützte meinem Vater aber nichts. Weil er das Verschwinden nicht angezeigt hatte, musste er Strafe zahlen.

Meine Eltern bereiteten noch am Abend ihre Flucht für den nächsten Tag vor. Die Untermieter meiner Eltern bemerkten abends die Unruhe in der Wohnung und fragten: „Ihr haut wohl ab? Dann hauen wir auch ab.“ Dass man sie u. U. zur Rechenschaft gezogen hätte, weil sie nichts gemeldet hatten, lag nahe.

Am nächsten Tag ging mein Bruder wie alle Tage zuvor mit seiner Aktentasche ganz normal zur Schule. Von der Schule lief er ohne weiteres Gepäck nur mit der Schultasche in der Hand zu Fuß zum Bahnhof. Dort bestieg er den Zug nach Berlin. In dem Zug saßen schon in einem anderen Wagon seine Frau mit Kind und in weiteren Wagen die Eltern und die Untermieter meiner Eltern. Ein kleiner Koffer wurde in einem weiteren Wagon ins Gepäcknetz gelegt.

Tatsächlich wurde dann um 15.00 Uhr die Wohnung meines Bruders aufgebrochen. Der Zug hatte zu dem Zeitpunkt Berlin noch nicht erreicht. Etwas später drang man auch in die Wohnung der Eltern und der Untermieter ein.

Einschulung Jahrgang 2013 mit Rückblick auf früher

Einschulungsgottesdienst
Zu Beginn dieser Woche war ich nach 14 Jahren einmal wieder in einem Gottesdienst zur Einschulung. Das letzte Mal, im Jahre 1999 betraf es noch unseren jüngsten Sohn. In diesem Jahr waren es die Söhne unserer Tochter, die im Bild unter den anderen Kindern zu sehen sind.
Die Feiern zur Einschulung werden immer aufwendiger und anspruchsvoller. Eltern, Großeltern und Urgroßeltern, Paten, sowie Geschwister der Eltern, die zur Feier eingeladen waren, erhielten schon Hausaufgaben, bevor die Schulanfänger zum ersten Mal die Schule betraten: Jeder sollte seine Schulzeit beschreiben und bebildern, damit die nachkommende Generation eine Vorstellung bekommt, was ihrem persönlichen Umfeld in der Schule wiederfahren ist.
Ein kleines Werk im Umfang eines Buches ist so zusammengekommen. Meine Abhandlung samt der ersten mangelhaften Benotung in einem Zeugnis ist als pdf-Dokument zu besichtigen.

Drum sorgt, daß es bei der Alten bleibt

Geschichte wiederholt sich in ähnlicher Form immer wieder.
Mangels positiver Allein-stellungsmerkmale gäbe es für die CDU als Partei derzeit kaum genügend Wähler.
Eine skandalfreie Kanzlerin reicht wahrscheinlich zum Erfolg, wenn es im Umfeld der Macht nur Wichtel gibt. Probleme allerorten: Rücktritte von Bundespräsident Wulf, Verteidigungsminister zu Guttenberg, Bildungsministerin Schavan und Aufklärungsbedarf bei der Beschaffung von Aufklärungsdrohnen – Das schadet der Kanzlerin nicht.  Auch dubiose Beschäftigungsverhältnisse bei der CSU, deren Nähe zu Steuerflüchtlingen und ein Justizskandal in Bayern schaden kaum, wenn die derzeitige Opposition permanent profil- und perspektivlos ist. Aus dem Bundestag wird derzeit eine merkwürdige fraktionsübergreifende Debatte über die Zulassung von Hunden berichtet. Solche Luxus-Probleme möchten andere Länder gern haben: Das teuerste Tierheim der Welt. Man bewirbt sich demnächst als Abgeordneter, weil Hundepfleger in Tierheimen zu schlecht bezahlt werden. Auf solch niedrigem Niveau tritt man im September an. Schon in den 50er Jahren war die CDU ein erfolgreicher Kanzlerwahlverein, der nur darauf setzte, dass das Volk will, dass es beim Alten bleibt. Am Ende des Wahlwerbespots von 1957 wird das auch offen gesagt. Warum sollte dieser Erfolg nicht mit vergleichbarem Hintergrund wiederholt werden.  Mit dem Alten war 1957 der hochbetagte Kanzler Adenauer gemeint. Einen fragwürdigen Verteidigungsminister gab es damals auch. Jedoch spielten die Fehlleistungen des damaligen Ministers Franz Josef Strauß bei der Beschaffung des Starfighters keine Rolle. Der aktuelle Verteidigungsminister kann also darauf setzen, dass sein Versagen bei Drohnen-Beschaffungen für die Bundeswehr keine Rolle beim Wahlausgang spielt.
Es passt, wenn man im Remake des oben gezeigten CDU-Werbespots den NATO-Schalter durch einen zeitgemäßen EUROschalter ersetzt, den die langnasigen Wichtel umlegen wollen. Oskar Lafontaine ist mit seiner Anregung, den Euro abzuschaffen das ideale Schreckgespenst. Nebenbei: Er kommt auch optisch den Wichteln auf dem Weg zum Schalter der Macht sehr nahe. Geschichte wiederholt sich…

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2020 Heiligenberg-Blog

Theme von Anders NorénHoch ↑