"Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken" Samuel Johnson

Schlagwort: PräBlogSpam

Veröffentlichungen aus der bloglosen Zeit

Habe gerade meine Gedanken aus der PräBlog-Spamzeit transferiert…

Seit dem Jahr 2000 habe ich jedes Jahr zum Jahresende einen Rückblick auf meiner Website veröffentlicht. Einfach zu handhabende Blogsoftware wie WordPress gab es damals leider noch nicht.
Einige Freunde und Kollegen haben meine Zeilen im Web gelesen und dann im Neuen Jahr persönlich in der Kantine kommentiert.
Ein ehemaliger Klassenkammerad (Karl-Artur) erwartet schon meine Spam zum Jahresende und ernannte mich zum best auffindbaren Schüler unserer ehemaligen Korbacher Schulklasse. Zitat aus seiner letzten Mail: „Konrad Rennert hält uns ja mit seiner regelmäßigen Spam immer auf dem Laufenden, dass man seine Mail-Adresse erst gar nicht aus den Augen verliert. Nein, Konrad, ganz toll. Ich freue mich schon wieder auf deinen Jahresabschlussdingsda und bin total gespannt, wo ihr denn im letzen Sommer wieder wandern wart. :-)“
Er und viele andere könnten so auch glaubhaft bestätigen, dass die transferierten Texte im Original so geschrieben waren, wie sie jetzt in diesem Blog stehen. Wenn Leute im jugendlichen Alter von etwa 50 auch noch bloggen, so können sie direkt hier antworten. Ich finde dann deren Antworten schneller und überall an zugänglichen Internetkonsolen und muß nicht in meiner veralteten E-Mail zwischen Edelarmbanduhrkopie-, Viagra- und Penis-Verlängerungs-Spam suchen.
Der Transfer des Rückblicks ist notwendig weil ich gerade alle „alten Webauftritte“ auflöse und Erhaltenswertes in die neue geschaffene Blog-Kategorie „PräBlog“ einsortiere.

Ich werde in Zukunft nur noch auf WordPress basierende Webauftritte setzen.

Davon wird es bald mindestens 3 geben:

  1. Das EduBlog für Aktuelles aus meinem Aus- und Weiterbildungsumfeld
  2. Das HeiligenbergBlog für Regionales aus meinem Wohnumfeld
  3. Das Wer-Weiss-WasBlog (in Arbeit) für die Organisation und Kommentierung meiner virtuellen Kurse zum Computerführerschein
  4. noch andere, kurzfristig existierende Blogs werde ich mit interessierten Kursteilnehmern anlegen, wenn es Bedarf an entsprechenden Seminaren gibt…

… Ich teile gern mein Wissen, weil ich seit 20 Jahren durch meinen wichtigsten Auftraggeber in Sachen Weiterbildung aus Melsungen geprägt bin. Der Leitsatz des Unternehmens lautet „Sharing Expertise“ – “Wissen teilen”
Für ein paar weitere neue Kunden hätte ich aber noch Kapazitäten übrig 😉 Und außerdem muss ich die Ausbildung unserer jüngeren Kinder finanzieren – oder sollte ich mich diskret an Ernst Welteke wenden, der mich da sachkundig in Finanzierungsfragen beraten könnte. Im gleichen Ort (Korbach) sind wir ja geboren und wir Waldecker sollten sowieso zusammenhalten und uns wertvolle Tipps fürs Leben geben:

  1. Wie man 8.000 Euro Altersbezüge im Monat durch harte Arbeit erreichen kann und
  2. Wie man diese durch eine 100 % Forderung zumindest um 20 % 50 % erhöhen kann.
    Quelle (FAZ)

Mit solchen Erfolgen sollten Leute diesen Kalibers unbedingt Gewerkschaftsfunktionäre werden. Diese fordern bescheidenerweise immer nur in der Größenordnung von 5 % und begnügen sich dann vielleicht schon mit 1,3 %. Von den (Ex)Bankern lernen heißt also für Gewerkschaftsführer Gutes lernen – und sich nicht mit Peanuts oder Riesterrente abspeisen lassen – Bei welcher Partei hat Ernst Welteke gelernt und Karriere gemacht?
…aha… Wikipedia macht mich schlau und über Heuschrecken lernt man da auch noch was. So beraten hätte ich vielleicht noch Chancen auf höhere Altersbezüge als von der BfA angedroht wurden. In 12 Jahre könnte ich es wissen, ob ich mich auch um meine kärglichen Bezüge von der BfA streiten muss 😉 Aber jetzt bin ich schon wieder vom Thema abgekommen.

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Jahresrückblick 2005

Die Idee zu dieser Seite (s.u.)

… entstand durch intensives Nachdenken und Umsatzrückgang bei meinen Hauptkunden. Weiterhin beflügelten mich die Worte des Jahres und die Beschaffung eines umweltverträglichen Autos, sowie der plötzliche Wintereinbruch zu neuen Gedanken. Dass man aus Rückschlägen und Katastrophen für die Zukunft auch vorteilhafte Erfahrungen sammeln kann, scheint auch VW mit frischem warmen Wind,  (Passat) zu beflügeln. Die Werbung regte mich zu einem kleinen Zusatz am Originalbild an, weil ich selbst im Herbst diese Idee hatte, jedoch von meinem japanischen Autoprovider in die Schranken seiner technischen Möglichkeiten verwiesen wurde… [mehr]. Das Bild ist der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “Stern” entnommen und wurde von mir mit der Software “Snagit” bearbeitet.
 

Ich wünsche allen Lesern dieser im Aufbau befindlichen Seite „Frohe Weihnachten und ein Gutes Neues Jahr“

Folgende Eckpunkte und die Worte des Jahres können die Aussichten auf ein wirklich Gutes Neues Jahr 2006 begründen und sollten Grund zur Zuversicht sein:

“Bundeskanzlerin”

“Wir sind Papst”

Die Wirtschaft ist wieder kreativ – Der Passat liefert Strom, wenn die RWE mal wieder versagt 😉

und

“Wir könnten Fußballweltmeister werden”

Konrad Rennert

24. Dezember 2005

Jahresrückblick 2004

Liebe Freunde, liebe Kollegen und sonstige Leser,

 traditionell schreibt meine Frau in unserer Familie die klassische Weihnachtspost und ich bediene mich nach Weihnachten der neuen Medien – ganz im Sinne des papierlosen Büros und der jederzeitigen Abrufbarkeit von Information an jedem Ort im Internet, um die Gedanken zum Jahreswechsel kundzutun: Was auf dem Papier steht, ist nur am jeweiligen Standort des Papiers lesbar, was im Netz steht, an jedem angeschlossenen PC.

Das ablaufende Jahr war reich an Familienfesten: Die Hochzeit unserer Tochter, die eigene Silberhochzeit und mein 50. Geburtstag und dann noch die Goldene Hochzeit meiner Schwiegereltern. Von traurigen Ereignissen blieb unsere Familie immer noch verschont und wir hoffen, dass das noch lange so bleibt. Wenn kürzlich die ersten Schulkameraden gestorben sind und auch der eine oder andere jüngere Mensch durch Krankheit oder Unfall, so wird man schon etwas nachdenklicher als vor Jahrzehnten, als die Endlichkeit unserer Zeit noch nicht so bewusst wahrgenommen wurde. Dass von einem Augenblick zum nächsten nicht nur einzelne Menschen große Schicksalsschläge verkraften müssen, sondern ganze Regionen vom Unglück heimgesucht werden, während wir das Weihnachtsfest feiern, haben wir von ferne im letzten Jahr beim Erdbeben im Iran gesehen und sehen dieses Jahr auf den Bildschirmen die Auswirkungen des Seebebens im Indischen Ozean. Urplötzlich taucht eine Welle auf und vernichtet Leben und das Lebenswerk vieler Menschen.

Oft ist man sich gar nicht bewusst, dass man bei Abwesenheit von zerstörerischen Naturgewalten, Hunger, Not und Krankheit in unserem Land eigentlich viel glücklicher sein müsste, als die Mehrheit der übrigen Menschheit. Aber man ist es nicht. Weder die politischen Reformen noch die wirtschaftlichen und persönlichen Aussichten geben Grund zur Euphorie. Eher lustlos akzeptiert man die Reformen und hat das Gefühl, dass es sich dabei um den Versuch des geordneten Rückzugs aus der gewohnten Wohlstandsgesellschaft handelt.

Ob so eine Euphorie und ein Glücksgefühl, wie vor 15 Jahren nochmals unser Land durchdringen können? Wir lebten damals noch in Kassel in der Nähe der Bundesstrasse 7, welche in Richtung Thüringen führt und konnten die Trabbis und Wartburgs mit drei Sinnen wahrnehmen (riechen, hören und sehen).  Richtung Innenstadt fuhren viele zum Rathaus, um das Begrüßungsgeld abzuholen, welches dann im Kaufhof oder im C&A wieder eingesammelt wurde. Keiner rechnete damals schon mit den Milliarden, welche Jahrzehntelang die öffentlichen Haushalte belasten werden. Alle feierten erst einmal und staunten über das unvorhergesehene Wunder. Das Wunder wurde langsam verdrängt und, wie in der Buchhaltung üblich, wird zunehmend nüchterne Bilanz gemacht. Allein für sich betrachtet geben die Zahlen keinen Anlass zur Freude. Aber den buchhalterischen Kosten sollte auch der Abbau von militärischen Potentialen und Feindbildern in Mitteleuropa gegenübergestellt werden und die zunehmende Normalisierung in unserem Osten. Die Euphorie ist jetzt in die Ukraine weitergewandert und hat dort die Menschen kurzzeitig verwandelt, bis auch sie von den Realitäten wieder eingeholt werden. Wir nehmen es selbstverständlich hin, dass wir nach Dresden, Warschau oder Prag jetzt so unkompliziert reisen können, wir es vor 1990 nur nach Paris oder Wien tun konnten. Für uns war es immerhin schon möglich – in umgekehrter Richtung jedoch nicht, sofern man nicht schon Rentner und somit für den Aufbau des Sozialismus in der DDR verzichtbar war.

Nur das Errungene zu bewahren macht uns nicht glücklich.

So bleibt die Hoffnung, dass uns die Reformen im neuen Jahr voran bringen. Wer durch Pisa-Studie und Wirtschaftsgutachten bescheinigt bekommt, dass es noch viele bessere Plätze weiter vorn im globalen Ranking zu besetzen gibt, der hat noch Chancen, Erfolgserlebnisse einzufahren.

Irrend lernt man.

Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.

Goethe scheint die heutigen Verhältnisse und Gefühlslagen schon lange vorhergesehen zu haben, wie die beiden Zitate zeigen 😉

Mit den Wünschen, dass alle Leser im neuen Jahr viel Neues lernen,  positive Botschaften vernehmen und die Abwesenheit von Unglück auch mal als Glück erfahren können, verbleibe ich

Konrad Rennert

Felsberg, den 27. Dezember 2004

Jahresrückblick 2003

Felsberg, 31. 12. 2003

Liebe Freunde und Kollegen,

weil ich im letzten Jahr mal wieder nicht so viele persönlichen Kontakte pflegen konnte, wie es eigentlich wünschenswert ist, habe ich zumindest am letzten Tag des Jahres ein paar Gedanken zu PC gebracht:

„Die etwas können, tun es
die es nicht können, lehren es
die es nicht tun und nicht lehren können, verwalten es“

Dieses etwas bissige Zitat ist mir kürzlich aufgefallen und hat mich angeregt, über Menschen in meinem Umfeld und in unserem Land nachzudenken – (über mich auch!). Tut er/sie noch etwas oder verwaltet er/sie schon oder nur noch?
Die erste Gruppe (Tun) könnte besonders bei Politikern gestärkt werden. Wie schön wäre es, wenn Politiker, die etwas könnten, es auch tun, unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit. Am Ende des Jahres gab es Anzeichen, dass etwas zum besseren gewendet werden könnte. Aber bekanntlich muss man dicke Bretter lange bohren. Man hat am Jahresende den positiven Eindruck, dass die Gruppe derer, die etwas tun will, größer wird. Nur das alte bewahren und verwalten bringt uns nicht weiter.

Im letzten Jahr habe ich begonnen, meine Seminare im Internet verfügbar zu machen. Das Publikumsinteresse ist da und von den Traffic-Kennziffern kann ich mich mit mancher viel bekannteren Webseite messen. Der finanzielle Erfolg dieser Aktion lässt noch auf sich warten. Dass Geiz geil ist, haben wir aus der Werbung vernommen – wenn es um digitale Urheberrechte geht, ist Diebstahl wohl noch viel geiler. Mein Glück ist, dass ich nicht wie viele Künstler vom Verkauf digitaler Produkte leben muss.

Das Neue Jahr könnte in meiner Familie einige Feierlichkeiten bringen, sofern keine dramatischen Ereignisse eintreten und Feiern ausschließen: Es steht eine Hochzeit, eine Silberhochzeit und eine Goldene Hochzeit an. Seit ich „Jopi Heesters“ gesehen kürzlich habe, der auch mit 100 Jahren noch versucht, beruflich aktiv zu sein, schmerzt mich mein im nächsten Herbst anstehender runder Geburtstag auch nicht mehr, weil ich dann ja „nur halb so alt“ bin. Ob ich allerdings auf meinem Gebiet noch 50 Jahre aktiv sein kann, wage ich denn doch zu bezweifeln zumal sich die ersten Freunde und Bekannten mit dem Ruhestand beschäftigen. Das Wort Ruhestand hat für mich etwas Endgültiges weil sich nichts Irdisches daran anschließt. Nur der Glaube an ein “Danach” kann dann noch hoffen lassen – auf jeden Fall ist dann nichts mehr so, wie es mal war.

Das Weihnachtserdbeben im Iran hat gezeigt, wie machtlos die Menschen sein können und wie dankbar wir in unserem Lande sein können, dass uns seit 1945 derartige Zerstörung verschont hat.
Wir haben nur kleine Krisen, die bisher immer bewältigt werden konnten. Heute genau vor 30 Jahren lernte ich meine Frau kennen. Im Winter 73/74 gab es die erste Ölkrise und an wenigen Sonntagen durfte kein Auto gefahren werden, so dass wir unsere ersten Treffen etwas nach den Fahrverboten ausrichten mussten, weil wir an verschiedenen Orten wohnten. Die Ölkrise von damals löst heutzutage fast Nostalgie aus, wenn man die Bilder der Radfahrer und der leeren Autobahn sieht. Für ca. ein halbes Jahr durften wir damals nur 100 km/h auf der Autobahn und 80 km/h auf der Landstraße fahren und das Benzin für mein erstes Auto verteuerte sich in dieser Zeit von ca. 60 auf 80 Pfennig pro Liter.
Mit der offenen Frage, wie könnte die aktuelle Situation und ihre Bewältigung in unserem Land in 30 Jahren beurteilt werden, verbleibe ich mit den besten Wünschen für das neue Jahr.

Konrad Rennert

Jahresrückblick 2002

Zitate und Gedanken zum Jahreswechsel

Ein Hit des Jahres – der Steuersong: „Kaum braucht man von Euch mal n´ bißchen Kies für Vatter Staat – schon ist man beliebt wie Fußpilz!…“

„Humor ist die Lust zu lachen, wenn einem zum Heulen ist.“ (Werner Finck)

Gerhard Schröder zum Jahreswechsel über schwere Zeiten und schmerzhafte Reformen: „Deutschland steht am Beginn eines harten Weges…“

Vielleicht hat der Kanzler endlich erkannt, dass man bittere Wahrheiten den schönen Lügen vorziehen muss. Das hörte sich vor der Wahl noch anders an, obwohl den meisten bereits klar war, dass es so nicht weiter gehen konnte. Weil aber die bittere Wahrheit um eines kurzfristigen Vorteils wegen verschwiegen wurde, fühle ich mich mit vielen anderen belogen. Das Traurige daran ist, dass man von keinem Politiker etwas anderes erwartet hat!

Die gefühlte Stimmungslage im Volk ist noch um einige Punkte schlechter als angemessen wäre und der ausländischen Presse, die uns Deutschen bescheinigt, dass wir uns auf hohem Niveau selbst bemitleiden, kann ich nur zustimmen. Tatsache ist immer noch: Die meisten Freunde und Bekannten leben genau so gut wie vor Jahren, von Hunger ist niemand bedroht. Trotzdem ist eine triste Stimmung überall zu finden und ich fühle, dass mich anstecken könnte obwohl ich keinen Grund zur Klage habe. Wen ich die letzten 40 von meinen 48 Lebensjahren betrachte, die ich einigermaßen bewusst erlebte, kann ich behaupten, dass es der Mehrheit selten besser ging als heute und dass etwas weniger Wohlstand auch verkraftbar wäre. Wir haben uns daran gewöhnt zu hören, dass 10% der Menschen im Land arbeitslos sind, niemand sagt aber dass 90% Arbeit haben und im oberen Feld der Wohlstandsskala der Welt positioniert sind. Auf dem Gipfel eines Berges kann man sagen „Es geht jetzt nur noch bergab, egal in welche Richtung man geht.“ Man könnte aber auch sagen, nach einem Abstieg versuchen wir den Aufstieg auf einen anderen Berg.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern und mir auch, dass der Stimmungsumschwung im nächsten Jahr gelingt und das Selbstmitleid ein Ende hat.

Konrad Rennert, 31.12.2002

Jahresrückblick 2001

“Alle Jahre wieder…” war das Weihnachtslied, welches ich als Kind am liebsten gesungen habe.
Alle Jahre wieder denke ich an den letzten Tagen des Jahres über die vorausgegangenen 12 Monate nach. Zum einen ist das von “Berufs wegen”, weil ich für die Steuererklärung meinen Jahresabschluss mache und dabei noch einmal alle Ein- und Ausgangsrechnungen in die Hand nehme und prüfe ob sie beglichen sind, zum anderen ist das auch privat, wenn ich an einigen Stunden Fotos oder Videos betrachte und überprüfe, ob sie es wert sind, dauerhaft auf eine CD gebrannt zu werden. Wenn dann an diesen letzten Dezembertagen im Fernsehen noch die “Bilder des Jahres” kommen, schaue ich mir auch diese an. Bei diesen Bilanzen stelle ich fest, dass das Jahr für uns privat gar nicht so schlecht war, wie der allgemein grassierende Pessimismus in der Wirtschaft vermuten lässt. Aufträge gab es genug und die Arbeit brachte mir neue Impulse und ich verrichtete sie in der Regel mit Freude. Privat gab es im engeren und weiteren Familien- und Freundeskreis weder ernsthafte Krankheiten noch Tod. Das nehme ich, wie wohl viele andere auch, selbstverständlich hin, ahnend, dass es in Zukunft einmal anders sein wird, aber hoffend, dass es nicht so bald ist. Am Neujahrstag dieses Jahres flog ich das erste mal seit 30 Jahren mit der Familie in Urlaub – sonst nutzten wir während der Ferien andere Verkehrsmittel. Während der Start- und Landephase des Fluges hatten wir etwas Anspannung, wegen der für uns ungewohnte Art des Reisens, aber an Böses dachten wir nicht. Das wird beim nächsten Flug wohl anders sein, weil der 11. September dieses Jahres im Gedächtnis bleibt.
In meinem Gedächtnis hätte sich wohl kaum etwas von einer der zahlreichen Excel-Schulungen für einige Mitarbeiter meines wichtigsten Kunden festgesetzt. Alles lief wie üblich, die Teilnehmergruppe war angenehm und ich hatte den anstehenden Stoff um 16:30 abgeschlossen. Wie üblich bereitete ich noch die soeben behandelten Fallbeispiele für die Kursteilnehmer auf, damit diese im elektronischen Archiv nachgeschlagen werden können. Weil mich aber, wie oft nach getaner Arbeit, eine Müdigkeit überkam, holte ich mir Kaffee und Kekse aus den Resten der bereitgestellten Bewirtung und setzte mich wieder an den PC. Zur Entspannung klickte ich auf die Website von t-online. Als ich die Nachricht aus New-York unter einem unscharfen Bild las, dachte ich zunächst an einen Unfall. Beim Einschlag des 2. Flugzeuges glaubte ich an einen sehr üblen Scherz – weil es ja Hacker gibt, welche Befriedigung daran finden, fremde Webseiten zu manipulieren. Ich rief dann zuhause an und hörte das alles real im Fernsehen zu sehen war. Millionen Menschen schauten zu, wie die Symbole unserer modernen Gesellschaften zu Gräbern von tausenden Menschen wurden. Irreal und unwirklich erschien das alles, ebenso wie die anschließenden Geschehnisse in und um Afghanistan.
Viele Menschen, welche den Einsatz militärischer Gewalt grundsätzlich ablehnten, mussten sich eingestehen, dass hier mit friedlichen Mitteln und Verhandlungen keine Wirkung erzielt werden konnte.
Mussten erst tausende Menschen in Amerika sterben, damit die Menschen, vor allem die Frauen in Afghanistan eine Chance auf ein besseres Leben haben? Bleibt zu hoffen, dass der nächste Jahresrückblick von derartigen Geschehnisse verschont bleibt und dass über weniger Widersprüche nachgedacht werden muss.
Ich wünsche allen, die mich kennen
ein gutes neues Jahr

Konrad Rennert, 28.12.2001

Jahresrückblick 2000

Das alte Jahrtausend, welches nach DIN 1335 mit Ablauf des 31.12.2000 zu Ende geht, war unspektakulärer als erwartet.

(Fortsetzung unter den kursiv gesetzten Zitaten)


Wer mit der DIN 1335 nicht vertraut ist, findet zur Kalenderdefinition Hinweise im Internet: https://www.oneworld.at/suedwind.magazin/9812/zeitverlieren.htm: “…Heute hat die Zeitrechnung nach Dionysius verschiedene Namen, und sie hat nach wie vor ihre Konkurrenten. Das Jahr “2000 n. Chr.” (“nach Christi Geburt”) beispielsweise, wie es gemäß DIN 1355 in Deutschland zu nennen ist, hatte in der DDR “2000 u. Z.” (“unserer Zeit”) geheißen und wird im Englischen immer öfter als “2000 CE” (“common era”) bezeichnet, nachdem es dort früher “AD” (“anno domini” = “Jahr des Herrn”) geheißen hatte. Dieses “Jahr 2000” wird das Jahr “4698 Drache” in China, “5760/61 nach Erschaffung der Welt” im jüdischen Kalender, “1421/22 A.H.” (“anno hegirae” = Jahr nach der Hedschra) im Islam und “1922 Schaka” im offiziellen Kalender des heutigen Indien sein. …” https://www.maa.mhn.de/Scholar/dt_calendar.html  

https://www.cs.uni-frankfurt.de/~haase/Jahrtausendwende/

https://www-aix.gsi.de/~giese/mille.html

https://www.computus.de/index.html

 


Für mich war das letzte Jahr ein “normales Jahr” ohne Höhen und Tiefen. Das bedeutet aber nicht, das ich unzufrieden bin. Seit Jahren denke ich, dass es nicht wesentlich besser werden könnte. So ist es auch jetzt. Eine Steigerung des Glücks ist im neuen Jahr fast nicht mehr zu erwarten, weil nur wenige persönliche Wünsche ihrer Erfüllung harren –  z.B., dass es so bleiben möge und ich mehr Zeit für die schönen und angenehmen Dinge des Lebens hätte. Mit Familie war ich im Jahr 2000 insgesamt 6 Wochen im Urlaub aber die Zeit dazwischen war anstrengend und arbeitsreich, wobei mir die Arbeit in der richtigen Dosierung noch immer Freude macht. Die Dosis war nur manchmal zu hoch und in der Zeit vor Weihnachten fühlte ich mich ausgebrannt und leer. – Jetzt geht es wieder besser, ich schlafe lang, mache meine Buchhaltung, werfe alte Unterlagen weg und versuche mein Büro aufzuräumen. Dazwischen trinken wir Kaffee oder Tee und treffen uns am Kamin. Wenn Weihnachten vorbei ist, wird der Rest des Jahres gemütlich. Wir schauen uns abends nicht nur das Fernsehen an (Wir haben keine Schüssel oder Kabelanschluß), sondern auch selbstgemachte Fotos und Videos der letzten Jahre. Im Jahresrückblick des Fernsehens fielen mir mehr Katastrophen als frohe Botschaften auf. Wobei nicht nur die Deutsche Nationalmannschaft eine katastrophale Leistung bot, sondern auch eine griechische Schiffsbesatzung, welche Fußball schaute, während ihre Fähre auf ein Riff lief. Dabei dachte ich an eigene Überfahrten mit Fähren, von denen auch eine seit ein paar Jahren auf dem Grund der Ostsee liegt. An die Fahrt mit der Kapruner Gletscherbahn konnte ich mich erst wieder nach dem Betrachten eines Videos erinnern, als unser Jüngster zwischen Skiläufern der Gletscherbahn entstieg. Man kann nur hoffen, nicht zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort zu sein.  

Jetzt kommt noch hinzu, dass man nicht das falsche essen sollte. Dass Deutschland in Sachen BSE keine Insel der Glückseligen sein konnte, vermuteten in Zeiten offener Grenzen, freien Waren und Futteraustausches schon viele. Eine alte Weisheit aus Matthäus 7,7f lautet: “… suchet, so werdet ihr finden … und wer da suchet, der findet…” Man wollte nicht finden, nach dem Motto: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß und verdirbt mir auch nicht den Appetit. Das ist menschlich und fordert mich zum nächsten Bibelzitat heraus “Es ist der Glaube eine Feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.” (Hebräer 11,1).

Nicht das ich mich grundlegend geändert hätte und in meinem Alter noch Theologe werden möchte, aber ich denke jetzt mehr über Weisheiten und Erkenntnisse anderer nach, als zu Zeiten, als unsere Lehrer uns mit Bildung zu beglücken versuchten.

Mit den Worten “Gebrauche Nachsicht, gebiete das Rechte und meide die Unwissenden” (Koran, 7. Sure) möchte ich das alte Jahrtausend verabschieden und wünsche allen, die mich kennen ein gutes neues Jahr.

Konrad Rennert, 30.12.2000

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