Jahresrückblick 2000

Das alte Jahrtausend, welches nach DIN 1335 mit Ablauf des 31.12.2000 zu Ende geht, war unspektakulärer als erwartet.

(Fortsetzung unter den kursiv gesetzten Zitaten)


Wer mit der DIN 1335 nicht vertraut ist, findet zur Kalenderdefinition Hinweise im Internet: https://www.oneworld.at/suedwind.magazin/9812/zeitverlieren.htm: „…Heute hat die Zeitrechnung nach Dionysius verschiedene Namen, und sie hat nach wie vor ihre Konkurrenten. Das Jahr „2000 n. Chr.“ („nach Christi Geburt“) beispielsweise, wie es gemäß DIN 1355 in Deutschland zu nennen ist, hatte in der DDR „2000 u. Z.“ („unserer Zeit“) geheißen und wird im Englischen immer öfter als „2000 CE“ („common era“) bezeichnet, nachdem es dort früher „AD“ („anno domini“ = „Jahr des Herrn“) geheißen hatte. Dieses „Jahr 2000“ wird das Jahr „4698 Drache“ in China, „5760/61 nach Erschaffung der Welt“ im jüdischen Kalender, „1421/22 A.H.“ („anno hegirae“ = Jahr nach der Hedschra) im Islam und „1922 Schaka“ im offiziellen Kalender des heutigen Indien sein. …“ https://www.maa.mhn.de/Scholar/dt_calendar.html  

https://www.cs.uni-frankfurt.de/~haase/Jahrtausendwende/

https://www-aix.gsi.de/~giese/mille.html

https://www.computus.de/index.html

 


Für mich war das letzte Jahr ein „normales Jahr“ ohne Höhen und Tiefen. Das bedeutet aber nicht, das ich unzufrieden bin. Seit Jahren denke ich, dass es nicht wesentlich besser werden könnte. So ist es auch jetzt. Eine Steigerung des Glücks ist im neuen Jahr fast nicht mehr zu erwarten, weil nur wenige persönliche Wünsche ihrer Erfüllung harren –  z.B., dass es so bleiben möge und ich mehr Zeit für die schönen und angenehmen Dinge des Lebens hätte. Mit Familie war ich im Jahr 2000 insgesamt 6 Wochen im Urlaub aber die Zeit dazwischen war anstrengend und arbeitsreich, wobei mir die Arbeit in der richtigen Dosierung noch immer Freude macht. Die Dosis war nur manchmal zu hoch und in der Zeit vor Weihnachten fühlte ich mich ausgebrannt und leer. – Jetzt geht es wieder besser, ich schlafe lang, mache meine Buchhaltung, werfe alte Unterlagen weg und versuche mein Büro aufzuräumen. Dazwischen trinken wir Kaffee oder Tee und treffen uns am Kamin. Wenn Weihnachten vorbei ist, wird der Rest des Jahres gemütlich. Wir schauen uns abends nicht nur das Fernsehen an (Wir haben keine Schüssel oder Kabelanschluß), sondern auch selbstgemachte Fotos und Videos der letzten Jahre. Im Jahresrückblick des Fernsehens fielen mir mehr Katastrophen als frohe Botschaften auf. Wobei nicht nur die Deutsche Nationalmannschaft eine katastrophale Leistung bot, sondern auch eine griechische Schiffsbesatzung, welche Fußball schaute, während ihre Fähre auf ein Riff lief. Dabei dachte ich an eigene Überfahrten mit Fähren, von denen auch eine seit ein paar Jahren auf dem Grund der Ostsee liegt. An die Fahrt mit der Kapruner Gletscherbahn konnte ich mich erst wieder nach dem Betrachten eines Videos erinnern, als unser Jüngster zwischen Skiläufern der Gletscherbahn entstieg. Man kann nur hoffen, nicht zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort zu sein.  

Jetzt kommt noch hinzu, dass man nicht das falsche essen sollte. Dass Deutschland in Sachen BSE keine Insel der Glückseligen sein konnte, vermuteten in Zeiten offener Grenzen, freien Waren und Futteraustausches schon viele. Eine alte Weisheit aus Matthäus 7,7f lautet: „… suchet, so werdet ihr finden … und wer da suchet, der findet…“ Man wollte nicht finden, nach dem Motto: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß und verdirbt mir auch nicht den Appetit. Das ist menschlich und fordert mich zum nächsten Bibelzitat heraus „Es ist der Glaube eine Feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ (Hebräer 11,1).

Nicht das ich mich grundlegend geändert hätte und in meinem Alter noch Theologe werden möchte, aber ich denke jetzt mehr über Weisheiten und Erkenntnisse anderer nach, als zu Zeiten, als unsere Lehrer uns mit Bildung zu beglücken versuchten.

Mit den Worten „Gebrauche Nachsicht, gebiete das Rechte und meide die Unwissenden“ (Koran, 7. Sure) möchte ich das alte Jahrtausend verabschieden und wünsche allen, die mich kennen ein gutes neues Jahr.

Konrad Rennert, 30.12.2000

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