Mission accomplished – Häme und Spott für Werbezwecke einsetzen

Wenn die Marketing und PR-Abteilung eines größeren Unternehmens sich mehr Aufmerksamkeit für ein neues Produkt wünscht, sollte sie sich vertrauensvoll an den Chefblogger des Handelsblattes wenden und diesen bitten, einen so spöttischen und lästernden Beitrag zu schreiben, dass Leser dieses Blogs doch mal sehen wollen, was da an der Story so dran ist. Genau aus diesem Grunde habe ich mir nebenbei das Video im Beitrag angesehen. Sicher ist der ewig lange Countdown am Anfang und mancher Zirkuseffekt im Video etwas störend. Vielleicht haben die Auftraggeber gedacht, dass hauptsächlich amerikanisch geprägte, Glamour und Bombast liebende Zuschauer kommen. Aber die Idee von Michael Greve, dem web.de-Gründer, ist einleuchtend und ich verstehe sie in etwa so:
Man nehme einen Zune oder iPod der 5. Generation und kreuze ihn mit einem UMTS-Handy, wobei die Benutzerführung so einfach ist, wie beim iPod und die dort gepflegte sachliche Schlichtheit um Avatare auf Teletubby Niveau angereichert wird: Ist man online, kann man synchron, d.h. direkt kommunizieren, ist man offline, wird eine Voice-, Video oder Text-Message eingelagert. Spam kommt nicht vor, weil man nur von den Personen Information bekommt, die man im Kontaktverzeichnis hat. Die Zeit ist vielleicht für so etwas noch nicht reif, weil viele Menschen noch nicht das Verständnis der Technik haben, wie die Blogger- und Podcastszene. Deshalb ist der Aktienkurs von Combots auch um 40 Prozent zurückgegangen. Aber ich erinnere mich noch an die Euphorie um die Telekom-Aktie. Diese ist aus viel größeren Höhen noch viel tiefer gestürzt.

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