Erneuter Amoklauf an einer Schule

Eben hörte ich beim Frühstücksradio von der neu entfachten Diskussion zu Gewalt verherrlichenden Computerspielen. Der Konsum dieser Spiele gehört sicherlich zu den stumpfsinnigsten Dingen, die man mit einem Computer machen kann. Ein in sich gefestigter Schüler wird deshalb aber nicht zum Amokläufer. Da greifen die bei Wikipedia zu findenden Erklärungen schon viel besser [Zitat]:Bei Google gefunden

  1. die mehr oder weniger fortgeschrittene psychosoziale Entwurzelung des potentiellen Täters
  2. der Verlust beruflicher Integration, sei es durch Arbeitslosigkeit, Rückstufung oder Versetzung
  3. zunehmend erfahrene Kränkungen unterschiedlicher Art und durch unterschiedliche Personen und
  4. Konflikte mit Liebespartnern

Den 1. Punkt, psychosoziale Entwurzelung bei Kindern, kann man schon im Kindergarten feststellen: Elternhäuser sind inkompetent und überfordert und Erzieherinnen haben oft sehr große Gruppen, so dass sie sich kaum um Einzelschicksale kümmern können.
Den 2. Punkt hat der SPD-Vorsitzende Kurt Beck in der Unterschicht-Diskussion thematisiert. Er ist mit dem 1. Punkt verknüpft, zumal es mittlerweile Sozialhilfekarrieren in der 2. und 3. Generation gibt. Wie soll ein Kind Freude am Lernen finden, wenn die Eltern arbeits- und perspektivlos bei billigem Dosenbier vor dem Fernseher dahindämmern?
Wenn das Kind dann in der Schule als Looser aus der Unterschicht geoutet wird und sich Betreuung darin erschöpft, dass größere Schlägereien auf dem Schulhof verhindert werden, dann ist es ein Wunder, dass nicht noch mehr dergleichen passiert
Seit über 30 Jahren ist unsere Familie privat mit einer finnischen Lehrerin und ihrem Mann, einem Pfarrer, befreundet. Wenn man im persönlichen Gespräch mit dieser Familie hört, welcher Aufwand dort getrieben wird, um auffällige und benachteiligte Kinder zu integrieren, kann man neidisch werden. Finnland hat keine Ölquellen zur Finanzierung kostspieliger pädagogischer Experimente. Es ist von der Einsicht geleitet, dass Vorsorge besser ist als Nachsorge und Einsperren von Tätern. Das ist nicht nur auf Dauer preiswerter, sondern auch menschlicher.
Der letzte Punkt, Liebesprobleme, kann nicht durch Vorsorge entschärft werden. Liebe und daraus resultierende persönliche Probleme sind unkalkulierbar und damit auch die möglichen Taten.

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1 Antwort zu Erneuter Amoklauf an einer Schule

  1. Ragnar sagt:

    (Counterstrike-Ballerspiel-) Vorlage des Amoklaufes soll die Geschwister-Scholl-Schule in Melsungen gewesen sein

    https://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,449857,00.html

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