Am 16. Oktober erschien hier die Ankündigung zur Reihe „Dieter Hoppes Lebenserinnerungen“ und zwischenzeitlich zwei seiner Vorträge.
Heute kam die erbetene Kurzbeschreibung seiner Person samt den beiden Fotos an. Sie zeigen den Autor bei seinem 1. Schultag und 64 Jahre später während eines seiner Vorträge. Hier der Inhalt der von Dieter Hoppe übermittelten Email:

Dieter Hoppe – Zu meiner Person

Hoppe,D. 1942Im Jahr der für Deutschland so erfolgreichen Olympiade 1936 erblickte ich das Licht dieser von Friedenssehnsucht und Wunsch nach Leben geprägten Welt ohne zu wissen, was das Leben für mich bereithalten würde. An meinem ersten Schultag wehte auf alle Fälle ein kräftiger Wind, der mir auch in den folgenden Jahrzehnten auch im übertragenen Sinne kräftig ins Gesicht blasen sollte. Das hat wahrscheinlich zu einem großen Teil dazu beigetragen, meine Umwelt und Mitmenschen genau zu beobachten und das Beobachtete abzuspeichern zwecks späterer Verwendung. Schon in der NS-Zeit fiel mir gelegentlich auf, wie man Dinge aus dem Bewusstsein verdrängen wollte oder sie sogar leugnete. Nach 1945 wurde das auf keinem Fall besser, weder in der SBZ noch in den Westzonen. Anscheinend besaß ich ein angeborenes Talent, über Dinge zu stolpern, von denen niemand etwas wissen sollte. Das hat sich bis heute erhalten. Während des Krieges sagte mein Vater einige Male zu mir ganz entsetzt:Hoppe,D. 2006 „Junge, wenn du davon etwas in der Schule sagst, holt die Gestapo spätestens heute Abend deine Eltern ab.“ Nach 45 wurde das Wort Gestapo durch „der Russe“, „die Antifa“ bzw. „die Stasi“ ersetzt. Solche Äußerungen hatten vielleicht die gegenteilige Wirkung als sie haben sollten. Gerade diese Dinge habe ich besonders gut abgespeichert und später im Studium und nachgefragt.
So nimmt es nicht Wunder, dass ich später außer Chemie und Geographie auch Geschichte im Hauptfach für die gymnasiale Oberstufe studiert habe. Während meiner beruflichen Tätigkeit habe ich mit Freude überwiegend Chemie unterrichtet; einmal über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren ausschließlich Chemie. Geschichte blieb damit mein Hobby, dem ich mich als geistigem Ausgleich zu meiner naturwissenschaftlichen Betätigung ohne Regelung durch Lehrpläne usw. hingeben konnte. Hiervon möchte ich im Heiligenberg-Blog das eine oder andere einem interessierten Publikum näher bringen.