Öko-Strom aus Afrika: Was kann daran falsch sein?

Das Interview Hebel gegen kleine Einspeiser zeigt, dass Vorstände in Ökobetrieben auch nur die eigene Kirchturmpolitik betreiben und kaum an globalen Lösungen interessiert sind.
Öko-Strom an Orten zu produzieren, wo die Sonne regelmäßiger und intensiver scheint und der Wind kalkulierbarer bläst als bei uns, macht sehr viel mehr Sinn, als hier die Landschaft noch mehr zu verspargeln!
In der Jahreszeit, in der wir in Mitteleuropa am meisten Energie brauchen, ist es Winter und der Wirkungsgrad der Solarelemente ist am geringsten. In eisig kalten Winternächten ist es nicht nur dunkel, sondern auch noch windstill. Sollen wir dann wieder Kohle- und Kernkraftanlagen anwerfen, weil kein Ökostrom da ist?
In der Sahara kann man großflächiger und effizienter bauen. Strom, der gerade nicht von dort nach Europa verkauft werden kann, könnte man dann vor Ort zur Erzeugung von lager- und transportierbarem Wasserstoff einsetzen oder Meerwasserentsalzungsanlagen betreiben, damit Wasserspeicher gefüllt werden können. Mit solchen Anlagen lässt sich ein Stromüberschuss in Afrika sinnvoll verwerten. Solche Anlagen benötigen wir aber hier nicht. Deshalb macht ein Stromverbund und eine Massenhafte Produktion von Ökostrom in Afrika Sinn.
Man muss ja nicht für alles sein, was an Ideen von Wirtschaftsbossen kommt. In diesem Fall ist mir aber die Stromimportidee von Utz Claasen sehr sympathisch weil sie uns von CO2 produzierenden Kohlekraftwerken unabhängiger macht und langfristig für preiswerteren Ökostrom sorgt, als wir ihn hier bei Inkaufnahme zunehmender Landschaftsverschandelung haben können. Nebenbei wäre das ein enormes Projekt, um den nicht gerade reichen Ländern der Sahara und der Sahel-Zone zu mehr Einnahmen und den Menschen zu Einkommen zu verhelfen. Afrika hätte dann einmal einen unschätzbaren Standtortvorteil und für die Menschen eine Perspektive jenseits von Migration nach Europa. Deutsche Unternehmen, auch die aus unserer Region könnten dabei die Entwicklung der Technologie und die Projektleitung übernehmen.
Das Interview macht auf mich den Eindruck, dass der „Eurosolar“-Vorstand Fabio Longo im Eigeninteresse pure Kirchturmpolitik betreibt. Der wachsende Energiebedarf von Milliarden Menschen fordert große Technologien und da ist Utz Claasen näher an den zukunftsweisenden Lösungen.

Dieser Beitrag wurde unter Wirtschaft abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.