Frankreichfahrt von Felsberger Schülern

Kriegsgräber bei Verdun ((c)pkr)

Vor 90 Jahren bittere Feindschaft – Vor 43 Jahren Beginn der Deutsch-Französischen Freundschaft – Jetzt nur noch Normalität

Im Frühjahr waren französische Schüler aus Vernouillet unsere Gäste hier in Felsberg. Der Gegenbesuch fiel aus. Ob es das mangelnde Interesse der französischen Schule oder der dortigen Lehrer oder der Gasteltern war, sei dahingestellt. Die Felsberger Schüler hatten eben Pech gehabt. Da fand ich es gut, dass die Felsberger Schule für die verhinderten Austauschschüler eine Fahrt nach Paris organisierte – auch wenn das für die Eltern mit viel höheren Kosten verbunden war. Übernachtet wurde im Hotel und besichtigt wurden neben den üblichen Pariser Sehenswürdigkeiten auch die Schlachtfelder bei Verdun. Unser Sohn informierte sich in den Herbstferien tagelang in Büchern und im Internet über die Geschehnisse bei Verdun im 1. Weltkrieg. Ein Urgroßvater hatte selbst dort gekämpft und viele junge Menschen sterben sehen. Viele der 300.000 toten Männer von Verdun waren 1916 nur wenige Jahre älter als die Schüler. Wer nicht starb, kam oft an Leib und Seele verstümmelt zurück und war lange traumatisiert. Das ist vorbei. 1963 wurde ein Freundschaftsvertrag geschlossen. Danach kam es zu Städtepartnerschaften und zum Jugendaustausch. Das scheint jetzt mangels allgemeinen Interesses zum Auslaufmodel zu werden. Normalität kehrt ein, das Interesse an anderen Ländern ist jetzt hauptsächlich touristisch motiviert … und das ist auch gut so.

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