Der Stifter der Bedriagagedenktafel und seine Motive

Im 4. Teil seiner Reihe „Der Freiheit eine Gasse“ beleuchtet Dieter Hoppe den Stifter der Tafel zum Gedenken an den gefallenen russischen General der Befreiungskriege gegen Napoleon. Als Auftraggeber kommt wahrscheinlich nur der jüdische Besitzer des Warenhauses Juda Levy in Frage. Er ließ die Gedenktafel im hundertsten Jahr nach den Geschehnissen der Befreiungskriege des Jahres 1813 anbringen.
Alte Postkarte vom Markt
Auf einer alten Melsunger Postkarte ist die Tafel noch nicht zu sehen. Es gibt beachtenswerte Details in der Berichterstattung: Weil der julianische, von orthodoxen Christen verwendete Kalender mit den russischen Angaben damals 12 Tage gegen unseren (gregorianischen) Kalender zeitversetzt war, gibt es zwei Datumsangaben, die fälschlich als vom 16. bis 28. September 1813 interpretiert wurden. Tatsächlich verging wohl nur ein Tag und nicht zwölf von der Verwundung bis zum Tod Bedriagas. Interpretierbar ist auch die Formulierung „…bei der Einnahme Kassels für die Freiheit Preußens“: Kassel war damals Hauptstadt Kurhessens und kam erst 1866 zu Preußen. Der Stifter war Preußen offensichtlich zugeneigt, weil jüdische Mitbürger dort besser eingegliedert und geachtet waren. Der Vorabdruck des 4. Teils ist hier als pdf-Dokument (56 Seiten, 10 MB) verknüpft. Die komplette Ausarbeitung „Der Freiheit eine Gasse“ wird im Laufe des Sommers von Dieter Hoppe vervollständigt und abgeschlossen.

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