"Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken" Samuel Johnson

Schlagwort: Siegfried Bohn’s Übersetzungen

Verfolgung oder Vertreibung

In seiner jüngsten Ausarbeitung beschäftigt sich Dieter Hoppe mit dem jüdischen Lehrer Philipp Dillhoff. Siegfried Bohn hat die Ausarbeitung ins Englische übersetzt. Beide waren bis zu ihrer Pensionierung Lehrer an der Melsunger Geschwister Scholl Schule.
Dilloff
Schicksale, wie das des israelitischen Lehrers Dilloff wiederholen sich derzeit anderenorts: Menschen mit verschiedenen Glaubens- und Lebensanschauungen leben lange friedlich und geachtet miteinander oder nebeneinander her. Unerwartet bringt ein Umsturz und Gewalt alles in Gefahr. Was bleibt ist die Wahl zwischen Flucht und Vernichtung. Flüchtlinge waren und sind selten willkommen. Mit der beginnenden Judenverfolgung im 3. Reich gab es weltweit Bestrebungen, die Zuwanderung von Flüchtlingen zu verhindern. Gebildete reiche Juden, Dienstmädchen und Kinder hatten es leichter, ein Visum zu erhalten. Wer nicht flüchtete kam zumeist in ein KZ und wurde dort ermordet so wie Philipp Dilloff.
Jetzt strömen die Flüchtlinge nicht aus Deutschland weg, sondern sie wollen dort ankommen.
Unsere Bundeskanzlerin handelt vor dem Hintergrund geschichtlicher Erfahrung moralisch richtig. Ob das von der Bevölkerung noch lange mitgetragen wird, ist zumindest zweifelhaft.
Wenn das Leben von Menschen durch verbrecherische Regierungen und Organisationen bedroht wird, muss Zuflucht gewährt werden, wenn einreisende Flüchtlinge bereit sind, unsere Gesetze ausnahmslos zu beachten und nicht die gewährte Gastfreundschaft zu missbrauchen.
Der von Dieter Hoppe zusammengetragene Bericht und die von Siegfried Bohn angefertigte Übersetzung sind als pdf-Dokument abrufbar: 16 Seiten, 1 MB

Ein fehlendes “J” im Reisepass machte ihn ungültig und bringt den Tod

Die beiden pensionierten Lehrer Dieter Hoppe und Siegfried Bohn tun ihre Kompetenzen zusammen und ein 76 Jahre alter Reisepass mit englischem Visum wird Gegenstand einer Analyse in deutscher und englischer Sprache.

SentaHeerdtReisepass Bei einer anderen Melsungerin fehlte das diskriminierende J im Pass, als sie die Schweizer Grenze passieren wollte. So wurde Paula Levy zurück geschickt und später in einem Konzentrationslager ermordet. Paulas Levys Pass liegt im Marburger Staatsarchiv.
Die ersten 3 Seiten des anhängenden pdf-Dokumentes hatte Dieter Hoppe schon vor Jahren recherchiert. Daran schließt sich jetzt die von Siegfried Bohn angefertigte Übersetzung an. Eine Nachfahrin der ermordeten Paula hatte sich im Frühjahr erkundigt.
Das motivierte die beiden Lehrer, sich mit dem diskriminierenden Passwesen jetzt auch in der englischen Übersetzung zu beschäftigen: Reisepass für Senta Heerdt

Stolpersteine „Gegen das Vergessen“

PaulaLevyPassbildMelsunger Bürgern mit jüdischem Glauben wird mit Stolpersteinen gedacht wenn sie während der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden.
In Erinnerung werden aber auch die ehrenamtlichen Autoren der zugehörigen Website bleiben. Sie sind die Ansprechpartner für Hinterbliebene und Interessierte aus aller Welt. Selbst Jahre nach der Veröffentlichung sind die ehrenamtlich erstellten Informationsseiten noch Gegenstand von Anfragen an die Redaktion.
Das Impressum ist für die Kontaktaufnahme wichtig, weil die Adresse des dort genannten Websitekümmerers  das Ziel von Anfragen ist. Der Angeschriebene prüft die Seriosität und leitet ernst gemeinte Anfragen an die zuständigen Redakteure oder den Vorstand des Vereins weiter.
Kürzlich waren zwei bemerkenswerte Anfragen dabei. Weiterlesen

© 2021 Heiligenberg-Blog

Theme von Anders NorénHoch ↑