Sozialistische Bruderhilfe oder Marshallplan

Zur Rettung Griechenlands wurde kürzlich eine Art Marshallplan vorgeschlagen. Westeuropa gesundete nach dem Krieg dank dieser Marshallplan-Hilfe überraschend schnell.

Die Machtergreifung stalinistischer Kommunisten in der Tschechoslowakei verhinderte dort jedoch die Hilfe zum Wiederaufbau.
Beim Lesen von Dieter Hoppes 6. Teil zur Nachkriegskarikatur erinnerte ich mich auch anderer Zeugen der Tschechischen Nachkriegsgeschichte. Leo Walach war 1968 unser Klassenlehrer. Er lebte als Kind im Sudetenland und wurde als Jugendlicher von dort vertrieben. 1968 war er während der Sommerferien in seiner alten Heimat, als die Tschechoslowakei wieder einmal bevormundet wurde. Er berichtete uns von den vorbeifahrenden Panzerwagen aus den herbeigerufenen sozialistischen Bruderländern. Er sah sie vorbeifahren und beendete wegen der allgemeinen Unsicherheit fluchtartig den Besuch. Bei dieser Erinnerung sah ich mir daraufhin ein Video vom Prager Frühling an.
Viele Details der Erinnerung kamen wieder. Vom damaligen Klassenlehrer Walach, der im Jahr darauf Schulleiter wurde, kann man noch seine Schach-Erfolge im Internet finden. Seine Leidenschaft zum Schachspiel hinterließ Spuren. In einer online nachvollziehbaren Partie aus dem Jahr 2001 hat er nach 54 Zügen gewonnen. Er war in den 60er Jahren mehrfach Schachmeister in Nordhessen. Ohne die Vertreibung nach den Benes-Dekreten wäre er wohl auch Schachmeister im Sudetenland geworden.

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