Kollaboration im Osten – Schwere Nachkriegskost von Dieter Hoppe

wl2Hintergrund: Vor dem ersten Weltkrieg war Europa multikulturell. Die Volkswirtschaften waren vernetzt und die Herrscher der größten und mächtigsten Reiche waren verwandt und verschwägert. Es gab weder Kommunismus noch Nationalsozialismus, die Siedlungsgebiete die Völker waren noch nicht ethnisch gesäubert. Polnische Menschen siedelten sich als Arbeiter in den Industriegebieten Deutschlands an. Deutschlands Wirtschaft blühte bis zum Kriegsausbruch. Die Arbeitslosenquote war die niedrigste in Europas. Der europäische Handel hatte eine Vernetzung deren Grad erst nach 100 Jahren wieder übertroffen werden sollte.
Deutsche hatten einen guten Ruf. Sie lebten schon seit Jahrhunderten friedlich im Baltikum, in Russland und vielen anderen Staaten Ost- und Südosteuropas. In fast allen Staaten gab es jüdische Bevölkerungsanteile. Konflikte zwischen den vielen Völkern gab es zwar schon vor 1914, aber sie waren seltener als heute. Dann brach die Katastrophe aus, in deren Folge Bolschewismus und Nationalsozialismus nicht nur die Landkarten veränderten, sondern auch Millionen Menschen in Lagern ermordet wurden, wenn man der falschen Gruppe zugehörte.

Dieter Hoppe hat in vielen Beiträgen seine Sicht der Dinge geschildert, wie sie sich mit Fakten belegen lassen. Im ca. 2 Stunden langen Videokommentar bezieht er sich (unten) auf die von der ARD gesendete Dokumentation „Wlassow – Zweier Teufel General“ und das Schicksal der Kosaken, die infolge der erlittenen Verfolgungen durch Stalin auch zu den Hilfswilligen der Nazis aus dem Gebiet der Sowjetunion gehörten. Der Film liegt vor, er ist aber nicht frei zugänglich. Der Hintergrund kann mit Beiträgen aus „ZEIT-online: Zweier-Teufel-General“ und aus der „Wikipedia: Lienzer Kosakentragödie“ beleuchtet werden.
Das von Dieter Hoppe überreichte Video musste in 2 Teile zerlegt werden, weil es sonst nicht auf dieser Plattform hochgeladen werden konnte.

 

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Einladung vom Präfekten

EinladungBrestIm 1. Weltkrieg geriet der Vater von Dieter Hoppe in französische Kriegsgefangenschaft. Vor vier Jahren hatte Dieter Hoppe über die Erzählungen seines Vaters über das Gefangenenlager auf einer Insel nahe dem Hafen Brest berichtet: Rudolf Hoppes Lebenserinnerungen1.pdf
Es entstand ein Kontakt zur Leitung der Gedenkstätte. Jetzt gibt es eine Einladung zur Gedenkfeier am Ort des Gefangenenlagers.
Der Vorgang zeigt, wie entspannt das Verhältnis zwischen Franzosen und Deutschen ist. Hier die Nachricht von Dieter Hoppe im Wortlaut und dazu ein Bild mit der Einladung aus Frankreich.


Guten Abend Herr Rennert,

Unter Bezugnahme auf verschiedene Gesprächsinhalte schicke ich Ihnen eine Einladung, die ich heute aus Brest in der Bretagne bekommen habe. Sie erinnern sich dort war mein Vater im 1. WK. als Kriegsgefangener. Zu den Veranstaltungen im August d. J. hatte ich auch schon eine Einladung bekommen, der ich leider nicht folgen konnte. Mein Grußwort zur Veranstaltung soll bei allen Teilnehmern sehr gut aufgenommen worden sein.
Ich erwähnte Ihnen gegenüber wohl schon einmal, dass meine Ausführungen zu den Erlebnissen meines Vaters korrekt aufgenommen wurden und auch in der französischen Zusammenfassung wiedergegeben werden. Das hat der Akzeptierung offensichtlich in keiner Weise geschadet, auch wenn die französische Seite an der einen oder anderen Stelle schlecht dabei wegkam. In Deutschland bin ich anderes gewohnt. Sie erinnern sich an das Bild meines älteren Bruders Oskar, das Sie mit entsprechendem Begleittext im Heiligenberg Blog veröffentlicht haben. Das gleiche Bild mit einer entsprechenden Beschreibung hatte ich auch dem Wartberg Verlag zur Verfügung gestellt („Wir Kriegskinder“). Dort wurde alles entfernt, was auf die Amerikaner ein schlechtes Licht warf. Die Franzosen haben sich hier mal wieder viel ehrlicher gezeigt.
Überrascht bin ich, wie viele Hochrangige Persönlichkeiten hinter der Ausstellung stehen. Der Brief wurde in der Operationsbasis der französischen Atom-Uboote ausgestellt.

Mit freundlichen Grüßen
Dieter Hoppe


Anmerkung: Angesichts der weltweiten Kriege und Feindseligkeiten kann man das heutige Verhältnis der ehemaligen Erbfeinde vorbildlich nennen.

… ob sich in 100 Jahren die Palästinenser und die Juden gemeinsam an ihre düstere Vergangenheit erinnern können?

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Helga Apsen: The first Bomb hit the garden

Zum Artikel im "Dixon Evening Telegraph" in Illinois

Den Artikel im „Dixon Evening Telegraph“ in Illinois, USA erreichen Sie mit einem Klick auf das Bild aus dem Jahr 1952

In der Nacht zum Erntedanktag 2014 ist Helga Apsen im Alter von 90 Jahren in Kassel verstorben. Elke Rennert ist eine Verwandte aus der Linie ihrer Mutter Marie. Sie kannte und besuchte sie und ihre Schwester Ingrid sowie deren alte Mutter Marie seit mehr als 40 Jahren. Nach dem Tod der letzten aus der Kasseler Familie Apsen ist sie mit der Aufarbeitung ihres umfangreichen Nachlasses in Form von unzähligen Bildern und Dokumenten beauftragt. Die spätere Journalistin Helga Apsen wuchs in Kassel auf und saß mit Mutter und Schwester in einer der Kasseler Bombennächte im Haus, als die Stockwerke über ihnen zerstört wurden. Nach dem Abitur an der Malwida-von-Meysenbug-Schule (1940 in Heinrich-Schütz-Schule umbenannt) war sie im Alter von 19 zunächst in der Bürgerschule in Bettenhausen als „Laienlehrkraft“ tätig. Nach der verheerenden Bombennacht im Oktober 1943 wurde sie zunächst in der Vermisstensuchstelle und danach im Kriegssachschädenamt eingesetzt. Weiterlesen

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Germania est delenda

churchillViele Erinnerungen kamen mir beim Lesen des Beitrages Germania est delenda [32 Seiten, pdf, 5 MB] von Dieter Hoppe. Es sind lange zurückliegende Eindrücke von den Geburtstagsfeiern meiner Großeltern. Mein konservativer Großvater Albert war nicht nur genau 32 Jahre jünger als der letzte deutsche Kaiser. Er hatte als Schüler an seinem Geburtstag, der auch Kaisers‘ Geburtstag war, immer schulfrei. Mehr als 20 Jahre saß mein Opa für eine zentrumsnahe Bürgerliste im Gemeinderat eines Waldecker Ortsteils. Am 27. Januar kamen zum feiern einige Dorfhonoratioren und Lehrer zusammen, deren politischer und geschichtlicher Fachsimpelei ich interessiert zuhörte: Was wäre, wenn der 1. Weltkrieg nicht im Versailler-Vertrag geendet hätte und Hitler mit seinem Nationalsozialismus keine Chance gehabt hätte? Den Mächtigen aller Nationen ging es vor 100 Jahren vordergründig um die Ehre, aber im Hintergrund um wirtschaftliche Interessen (Imperialismus). Weil die Folgen eines Krieges im Sommer 1914 falsch eingeschätzt wurden, spielten die Regierenden mit dem Feuer und verloren mehr oder weniger alle dabei – bis auf die USA, die gestärkt aus dem Konflikt gingen.

Rudolf Augstein hat vor 16 Jahren einen Artikel zur Vorgeschichte des 1. Weltkrieges geschrieben. Wie auch Dieter Hoppe kommentiert er den oben als Beitragstitel gewählten Slogan der Saturday Review. Dort stand schon im August 1895, also fast zwei Jahrzehnte vor dem 1. Weltkrieg: „Wir Engländer haben bisher stets gegen unsere Wettbewerber bei Handel und Verkehr Krieg geführt. Unser Hauptwettbewerber ist heute nicht mehr Frankreich, sondern Deutschland.“

Krieg war seit der Antike ein Mittel, wirtschaftlich erfolgreiche Mitbewerber auszuschalten. Cato rief deshalb zur Zerstörung Karthagos auf. Churchill ist ein Nachfolger im Geiste in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er erkannte „Es geht nur darum, wer der Stärkste ist.“
Das scheint auf den ersten Blick ähnlich wie bei einer Fußball-WM zu sein. Auf den zweiten Blick erkennt man, dass solcher Ehrgeiz die Rachegefühle der Verlierer stärkt und der Grund ist, dass Millionen Menschen zu Tode kamen, weil man die Niederlage in der in Versailles beschlossenen Form nicht hinnehmen wollte. Ein demütigendes Kriegsende ist oft der Grund für den nächsten Krieg. In der Ukraine und im Nahen Osten scheint diese Kausalität noch nicht angekommen zu sein.

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Beschäftigung mit angeblichem Geschichtsrevisionismus

Zusammenfassung und Gedanken zum Schriftwechsel mit Dieter Hoppe, einem Zeitzeugen und kritischen Analytiker der Geschichte des letzten Jahrhunderts.
Ausgangspunkt dieses Beitrages ist das rechts eingebundene Video und die unliebsame Folgen des 100 Jahre zurückliegenden 1. Weltkrieges und die Gefahr, dass aus der Geschichte nichts gelernt wurde.
SOPWolfgang Schäuble hat vor einigen Wochen das Vorgehen von Putin bei der Annexion der Krim mit dem von Hitler bei der Annexion des Sudetenlandes verglichen. Für die von Schäuble verglichenen Machthaber ist der Traum von alter Größe ein Grund, sich verlorene Gebiete zurück zu holen: In weiten Gebieten der Ukraine leben russisch-stämmige Menschen, die teilweise ins großrussische bzw. post-sowjetische Reich zurück möchten. Ähnlich war es nach dem 1. Weltkrieg als das Deutsche Reich und das Habsburger Reich (Österreich-Ungarn) auseinanderfielen bzw. große Teile mit deutschstämmiger Bevölkerung von den Nachbarländern annektiert wurden, ohne dass dort völkerrechtsmäßige Abstimmungen durchgeführt wurden. Im Prinzip waren die von den Siegern geschaffenen Grenzen unnatürlich, weil die Übergänge der Nationalitäten bis dahin fließend waren. So wie noch heute in den umkämpften Gebieten der ehemaligen Sowjetunion oder Ex-Jugoslawiens. Ethnische Säuberungen sind und waren schon immer die Folge von derartigen Grenzziehungen. Neu geglaubte Stärke der vormals Unterlegenen verleitet dann dazu, geschehenes Unrecht mit neuem Unrecht und Gewalt zu beantworten. Das was Schülern im Geschichtsunterricht angeboten wird, ist ein auf wenige Schwerpunkte reduziertes und interpretiertes Extrakt. Geschichte und Geschichtsschreibung wurde und wird solange es sie gibt immer von Siegern dominiert. Die Sieger aus den unzähligen Kriegen haben die Möglichkeit, unliebsame Quellen für die Nachwelt zu zerstören oder zumindest zu relativieren, so dass die von ihnen gewünschte Deutung mehr Gewicht hat. Solche Versionen werden zur Wahrheit und über Schulbücher zur anerkannten Lehre. Widerspruch ist ab diesem Zeitpunkt Revisionismus.
Wenn brisante geschichtliche Fakten genannt und offenkundige Parallelen mit der Gegenwart auffallen, ist der Vergleich nur Privatpersonen erlaubt. Der Spiegel berichtete über Schäubles Vergleich: „Ukraine-Krise-Schaeuble-vergleicht-Putins-Krim-Plaene-mit-Hitlers-Politik“ Er bekam den Ärger seiner Chefin zu spüren: Krim-Krise-Schaeubles-Putin-Hitler-Vergleich-sorgt-fuer-Wirbel

Die Regierungschefin weiß wohl, dass Ihr Finanzminister Recht hat, aber sie weiß, dass man in leitenden Positionen schweigen sollte, um nicht des Revisionismus verdächtigt zu werden. Erst im späteren Ruhestand darf man sich derartige Vergleiche in der Biografie erlauben. Der oben im Video abgebildete ehemalige Bundeswehrgeneral und Fachmann für Rüstungsfragen und Auswertung von Archivmaterial braucht derartige Rücksichten nicht mehr zu nehmen. Er kann als Rentner nicht mehr gefeuert werden. Der Ex-Generalmajor der Bundeswehr ist 1939 in Weimar geboren und wird mit dem Attribut „geschichtsrevisionistisch“ belegt. Dieses Attribut nutzen die Protagonisten des herrschenden Geschichtsmainstreams, um sich ernsthafte Auseinandersetzungen mit unangenehmen Wahrheiten zu ersparen. Polemik und Oberflächlichkeit statt echter Analyse ist überhaupt ein Problem in den Nicht-Naturwissenschaften wie der Geschichte.

Material, welches die jüngeren Generationen nicht in Schulbüchern finden, sieht man in den folgenden Verlinkungen im Rahmen von philatelistischen Sammlungen und Kommentaren. Dieter Hoppe hat mir einige historische Sammlungsstücke zu den Grenzziehungen mit und ohne Volksabstimmungen nach dem 1. Weltkrieg angeboten, die ich hiermit vorab veröffentliche:

Fazit: Viele Grenzen in Europa sind unnatürlich entstanden. Die Entstehungsgeschichte der Grenzen sollte jetzt im zeitlichen Abstand vieler Jahrzehnte in ihrer vollen Komplexität dargestellt werden.

Niemand sollte versuchen, Osteuropäische Grenzen gewaltsam zu ändern, weil das den Weltfrieden bedroht. Wer in der zusammen wachsenden EU von einem Hof oder einem Haus am Mittelmeer, den Karpaten oder dem Baltikum träumt, der soll nicht mit bewaffneter Eroberung drohen, sondern in passenden Immobilienportalen schauen und die Finanzierung mit seiner Bank besprechen.

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Self-Assessment und Spaß beim Vokabelschieben

Selbsteinschätzungstests

Selbsteinschätzungstests

Kostenlose Selbsttests in Latein, Englisch, Geschichte und Allgemeinwissen gibt es jetzt auf der von Konrad Rennert gestalteten Lernplattform.
Die anonymen Selbsteinschätzungstests laufen ab sofort im Probebetrieb. Damit kann jedermann erste Erfahrungen mit Internet basierten Lernplattformen sammeln wie sie an Schulen und Hochschulen üblich sind. Mehr Details können Sie den Einführungsvideos zu Beginn jedes Angebotes entnehmen.

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Die Anwendung des Rechts ist weisungsgebunden

Unsere Regierung hat Möglichkeiten, unliebsame Ermittlungen zu unterdrücken oder sie doch soweit zu behindern, dass sie nicht mehr wahrgenommen werden.
Das nehmen wir derzeit im Gezerre um Edward Snowden wahr. Er ist bereit, über die Spionage gegen deutsche Bürger und Regierungsmitglieder hier im Lande vor Untersuchungsausschüssen auszusagen. Man nutzt die Möglichkeit zur Wahrheitsfindung nicht. Man verfährt mal wieder wie im fernöstlichen Sprichwort von den drei Affen. Es steht dort für den vorbildlichen Umgang mit Schlechtem im Sinne der buddhistischen Lehre und dem Harmoniebedürfnis: „Nichts Böses sehen, nichts Böses hören, nichts Böses sagen.“ In diesem Sinn verhält sich unsere große (buddhistische) Koalition geradezu vorbildlich und handelt scheinbar immer noch weisungsgebunden und im vorauseilenden Gehorsam. Was nicht ins Bild passt und die Harmonie in ihrer Politik stört, wird ausgeklammert. Das ist in der NSA-Affäre so, das war bei der Bankenkrise so, wie im Video unten angedeutet und das war erst recht vor fast 70 Jahren so, als die Alliierten beschlossen, Dinge zu ignorieren, die nicht ins Bild passten. Damals ging es nicht um viele Milliarden Euro, die durch die Unfähigkeit der Politiker verzockt wurden. Damals in der Nachkriegszeit spielte man mit von Tausenden von Menschenleben. Die Hintergründe des Unrechts wurden kaum aufgearbeitet.
Das Sprichwort von den drei Affen hat Dieter Hoppe an den Anfang seines überarbeiteten 29 Seiten langen Beitrages über das Ende der Ostfreiwilligen gestellt: Material zur Überarbeitung meines Kommentars Teil-2

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Eine Sendung vom ZDF muss nicht gut und wahr sein

Dieter Hoppe behauptet im anhängenden 25 seitigen Kommentar, dass große Teile eines 1995 vom ZDF gezeigten Films über die Geschichte des russischen Generals Wlassow auf schlechten und unvollständigen Recherchen beruhen. Dass das ZDF gelegentlich Unsinn sendet, ist gut möglich. Oben finden Sie ein Beispiel und die Entschuldigung von Klaus Kleber.

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Deutsche Geschichtszahlen aus der Sicht einer amerikanischen Universität

Quiz-HBWas lernen amerikanische Studenten im Fach Deutsch über unsere Geschichte?
Weil auf der Website der Universität von Michigan zu lesen ist: “Our goal is to make as many as possible of the resources created for this site available for German students and teachers throughout the world. For that purpose, we have created this resource page…”, habe ich die dort in deutscher Sprache veröffentlichten Geschichtszahlen verwendet und zu einem Selbsttest bzw. Geschichtsquiz verarbeitet. Ein paar zu lang geratene Texte habe ich allerdings im Quiz gekürzt und dann noch ein paar neuere Zahlen ergänzt. Sie können das Original mit meiner Bearbeitung vergleichen.
Geschichtskundige werden die Jahreszahlen zum Quiz in ca. einer Stunde gelöst haben. Damit sich niemand auf der Plattform mit dem eigenen Namen anmelden muss, wurde eine Anmeldung mit einer Ziffer (1 bis 9) und dem Kennwort a vorbereitet.
So kann sich jeder anonym auf der Plattform anmelden. Viel Vergnügen beim Nachdenken über die richtige Anordnung der 80 Zahlen.

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Ukraine, Holodomor und historische Vergleiche

Schäuble vergleicht Putins Politik mit der von Hitler. Wolfgang Schäuble hat völlig Recht, er sollte es aber in seiner Position nicht sagen, weil diplomatisches Porzellan zerschlagen wird. Vieles was bisher gelaufen ist, hat auffällige Parallelen. Der Beweis ist erbracht, weil jetzt schon Gebiete annektiert wurden, so wie damals das Sudetenland.

Die ukrainischen Emotionen und Aversionen gegen das große Brudervolk sind in historischen Erfahrungen begründet. Auf Stalins Anweisungen hin wurde besonders die Ukraine in Mitleidenschaft gezogen. Im Spiegel gab es dazu einen Artikel „Als Stalin die Menschen zu Kannibalen machte“. Beim Holodomor (wörtliche Übersetzung: Tötung durch Hunger) starben in der Ukraine in den Jahren 1932-33 etwa 3,5 Millionen Menschen.

Zurzeit nimmt Putin den Ukrainern noch nicht die Nahrung weg, er versucht das widerspenstige kleine Brudervolk über den Gaspreis gefügig zu machen und marschiert bedrohlich an der Grenze auf. Vor hundert Jahren führte die nach dem politischen Mord in Sarajewo gestartete Kettenreaktion schon einmal zum großen Unglück, dem 1. Weltkrieg. Der Unterschied ist, dass damals das Hinterland des Kampfgebietes noch nicht von Atomwaffen erreicht werden konnte.
1962 wurden die Amerikaner unruhig, weil sowjetische Waffen in Kuba stationiert werden sollten. Wenn die Nato jetzt ihre Waffen dichter an Moskau zu rücken versucht, kann das nicht gut für den Frieden sein. Kriege mit Waffen sind hoffentlich keine Option für die Politik. Es bleibt der Wirtschaftskrieg. Der wird uns nicht töten, er wird hier viele Arbeitsplätze kosten. Möglicherweise müssen wir im Winter Pullover tragen weil das russische Gas für die Heizung ausbleibt. Noch stärker geprüft wird die Leidensfähigkeit der ärmeren russischen Bevölkerung. Ob sich dann die Zahl der Putin-Anhänger reduziert, bleibt abzuwarten – genauso wie die Frage, ob sich spätere Generationen folgende Jahreszahlen merken müssen:

  • 1914: Beginn des 1. Weltkrieges
  • 2014: Beginn des 1. Weltwirtschaftskrieges?
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