Einladung vom Präfekten

EinladungBrestIm 1. Weltkrieg geriet der Vater von Dieter Hoppe in französische Kriegsgefangenschaft. Vor vier Jahren hatte Dieter Hoppe über die Erzählungen seines Vaters über das Gefangenenlager auf einer Insel nahe dem Hafen Brest berichtet: Rudolf Hoppes Lebenserinnerungen1.pdf
Es entstand ein Kontakt zur Leitung der Gedenkstätte. Jetzt gibt es eine Einladung zur Gedenkfeier am Ort des Gefangenenlagers.
Der Vorgang zeigt, wie entspannt das Verhältnis zwischen Franzosen und Deutschen ist. Hier die Nachricht von Dieter Hoppe im Wortlaut und dazu ein Bild mit der Einladung aus Frankreich.


Guten Abend Herr Rennert,

Unter Bezugnahme auf verschiedene Gesprächsinhalte schicke ich Ihnen eine Einladung, die ich heute aus Brest in der Bretagne bekommen habe. Sie erinnern sich dort war mein Vater im 1. WK. als Kriegsgefangener. Zu den Veranstaltungen im August d. J. hatte ich auch schon eine Einladung bekommen, der ich leider nicht folgen konnte. Mein Grußwort zur Veranstaltung soll bei allen Teilnehmern sehr gut aufgenommen worden sein.
Ich erwähnte Ihnen gegenüber wohl schon einmal, dass meine Ausführungen zu den Erlebnissen meines Vaters korrekt aufgenommen wurden und auch in der französischen Zusammenfassung wiedergegeben werden. Das hat der Akzeptierung offensichtlich in keiner Weise geschadet, auch wenn die französische Seite an der einen oder anderen Stelle schlecht dabei wegkam. In Deutschland bin ich anderes gewohnt. Sie erinnern sich an das Bild meines älteren Bruders Oskar, das Sie mit entsprechendem Begleittext im Heiligenberg Blog veröffentlicht haben. Das gleiche Bild mit einer entsprechenden Beschreibung hatte ich auch dem Wartberg Verlag zur Verfügung gestellt („Wir Kriegskinder“). Dort wurde alles entfernt, was auf die Amerikaner ein schlechtes Licht warf. Die Franzosen haben sich hier mal wieder viel ehrlicher gezeigt.
Überrascht bin ich, wie viele Hochrangige Persönlichkeiten hinter der Ausstellung stehen. Der Brief wurde in der Operationsbasis der französischen Atom-Uboote ausgestellt.

Mit freundlichen Grüßen
Dieter Hoppe


Anmerkung: Angesichts der weltweiten Kriege und Feindseligkeiten kann man das heutige Verhältnis der ehemaligen Erbfeinde vorbildlich nennen.

… ob sich in 100 Jahren die Palästinenser und die Juden gemeinsam an ihre düstere Vergangenheit erinnern können?

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