Dieter Hoppe über Luthers Einstellung zu den Juden

In der Wikipedia findet man die Behauptung: „Luthers Aussagen zu Juden sind nicht rassistisch, aber konstant antijudaistisch.“

Der Beitrag eignet sich ebenso wie das nebenstehende Video zum Einstieg in die Stellungnahme von Dieter Hoppe zu einem Zeitungsartikel. Er erwähnt den jüdischen Konvertiten Antonius Margaritha. Der Sohn eines Rabbiners war politischer Berater christlicher Herrscher für antijüdische Maßnahmen. Konvertiten werden oft kritisch betrachtet, weil sie übereifrig sind.

Zu Beginn der Neuzeit erwies sich die Erfindung der Buchdruckerkunst für die Juden als verhängnisvoll, weil als Folge des Massendrucks die bösartigen Schmähschriften im Stil des Margaritha eine hohe Verbreitung fanden. Der Zugang zu vielfältigen Informationen war Mangelware. So ist nachvollziehbar, wie auch bedeutende Menschen wie Luther durch Propaganda radikalisiert werden können. Die gedruckte Hetzpropaganda war in Bezug auf ihren Wahrheitsgehalt betreffend der Juden kaum zu verifizieren. Dadurch erlag er der Versuchung, die Vertreibung der Juden und die Zerstörung von Synagogen zu befürworten. Zur Tötung von Andersgläubigen hat er allerdings noch nicht aufgerufen.
In der evangelischen Kirche gibt es keine Heiligen. Luther war der Reformator, den es damals bedurfte, um Fehlentwicklungen zu korrigieren. Die großen christlichen Glaubensgemeinschaften distanzieren sich heute von Entgleisungen und Verirrungen früherer Jahrhunderte. Sie leben friedlich miteinander und vermeiden Hetze gegen andere Religionen. Heute wirken gefährliche Konvertiten in anderen Religionen. Statt hetzerischer Flugblätter verbreiten sie ihren Hass via Internet und suchen so global nach Mitstreitern für die böse Sache. Geschichte wiederholt sich.

  • „Alle Religionen müssen ihre Fähigkeit stärken, mit Schattenseiten in ihrer Geschichte und Aggressivität in der Gegenwart kritisch umzugehen. Ich habe aber den Eindruck, dass diese Fähigkeit bei islamischen Organisationen bisher nicht sehr ausgeprägt war.“ – Wolfgang Huber, Interview im „FOCUS“ vom 22. November 2004, veröffentlicht bei EKD.de

Lizenzhinweis: Der anhängende Beitrag von Dieter Hoppe als auch diese Einleitung von Konrad Rennert unterliegen der Creative-Commons-Lizenz-Namensnennung-Keine Bearbeitung (CC-BY-ND). Sie dürfen also unter diesen Bedingungen elektronisch benutzt, übermittelt, ausgedruckt und zum Download bereitgestellt werden. Den Text der Lizenz erreichen Sie hier: http://creativecommons.org/licenses/by-nd/3.0/de

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